Zu Gast bei uns:
Kieler Gruppe:
Amok oder Koma sein
von Andrea Czesinski

Die bewegten Tage des Jahres 1989, Montags-Demonstrationen in Leipzig, der Mauerfall in Berlin, die letzten Tage der DDR. Für viele waren das Tage der Befreiung, Tage der Hoffnung. Doch was, wenn dein Leben von der Mauer geprägt war? Was, wenn alles, woran du geglaubt hast und du unter Einsatz deines Lebens bewacht hast, zu Ende geht. Wie haben sich die Menschen gefühlt, die an die DDR geglaubt haben? Die, die nichts anderes kannten als Ostberlin und Mauer? Die, die gar nicht ausbrechen wollten aus dem System? Andrea Czesinski stellt sich in "Amok oder Koma sein" diesen Fragen: Wie hat einer gedacht, der für die Mauer gedient hat? Welche Fragen und Ängste mag er wohl durchgegangen sein? Was mag er in den letzten Tagen an der Mauer gedacht haben – in den letzten Tagen in Uniform? Geschrieben in den bewegten Tagen des Novembers '89 zeigt "Amok oder Koma sein" die andere Seite der Wiedervereinigung auf: Angst, Zweifel und Auflehnung gegenüber dem Neuen, dem Unbekannten. Wir begegnen einem Grenzsoldaten, der sich weigert seinen Turm zu verlassen. Einem Soldaten, der sich nicht damit abfinden will, dass seine Welt zu Ende geht.

Atmosphärisch dicht gepackt und mit jedem Satz scharf und pointiert nimmt uns der Grenzsoldat mit in die Seele eines Landes, in dem nicht alle gegen „Das System" waren. Er nimmt uns mit auf eine Reise in die Träume eines Menschen, der sich als kleines Rädchen im System drehte und nun alles wie in Schockstarre zerfallen sieht. Ob er sich damit abfinden kann?


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