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Draußen vor der Tür  l  Wolfgang Borchert
Schauspiel  I  ab 14 Jahren
 

Zum Stück

Der einstige Frontsoldat Beckmann kehrt nach Kriegsende aus dreijähriger Kriegsgefangenschaft in seine Heimatstadt Hamburg zurück. Dort muss er erkennen, dass der Krieg nicht nur ihn, sondern auch all das verändert hat, was er einst sein Zuhause nannte. Er sieht sich mit einer Welt konfrontiert, in welcher die Spuren des Krieges stets allgegenwärtig sind und in der die Menschen gleichzeitig jeden Gedanken an den Krieg verdrängen oder zumindest im Keim ersticken. Beckmann droht an dieser Gesellschaft, die sich selbst jeder Glaubwürdigkeit beraubt hat, zu zerbrechen. Doch das Schicksal will, dass der Heimkehrer noch so manche Selbstreflexion durchläuft. Die Elbe spült ihn geradewegs wieder an Land und verwehrt ihm den Freitod. So muss er sich seiner Vergangenheit stellen und balanciert dabei stets auf dem schmalen Grat zwischen Leben und Tod weiter durch jene Stadt, die einst sein Zuhause war. Und dann ist da noch der dubiose „Andere“, der ihm auf Schritt und Tritt zu folgen scheint.

Wolfgang Borcherts einziges Theaterstück entstand zwischen 1946 und 1947 und ist ein typisches Beispiel der selbstreflexiven, deutschen Nachkriegsliteratur. Kompromisslos und unverschnörkelt zeigt das Drama in einem schnellen szenischen Ablauf die verheerenden Konsequenzen der Vernichtungsmaschinerie "Krieg" auf. In den heutigen Zeiten scheint es wieder aktueller denn je.


Hinweise zu Themen/ Inhalten (zur individuellen Vor- und Nachbereitung des Theaterbesuchs):
Nachkriegszeit, Folgen des Krieges, Sehnsucht nach dem Tod, Selbstmordgedanken, Ausgrenzung, psychische Erkrankung, Depression, Diskriminierung, Verdrängungsmechanismen in der Gesellschaft, soziales Raster in Gesellschaften, Missbrauch, Machtmissbrauch, Wahn, Frage nach Schuld, Gottes-Darstellung, Darstellung des Todes, Abkehr vom (religiösen) Glauben


Besetzung

Beckmann: Jakob Maria Fecht
Der Andere: Hannah Sofia Hartmann
Elbe / Frau Kramer: Linda Sroka

Mädchen: Nele Schweers
Tod / Oberst: Philip Barth
Gott / Theaterdirektor: Andreas Schlicht

Inszenierung: Philip Barth
Maskenbau: Philip Barth
Kostüme: Ensemble
Video-Animationen: Philip Barth
Technik: Peter Zambach

 

Pressestimmen

In der Inszenierung des freien Theaters Junge Bühne Mainz unter der Regie von Philip Barth wird die ebenso eindringliche wie bedrängende Wirkung des Stücks auch in der szenischen Ausgestaltung aufgegriffen: Das Bühnengeschehen rückt über weite Teile fast vollständig an die vorderste Kante der Bühnenrampe. Eine Erschließung des Bühnenraums in seiner Tiefe bleibt den Figuren bewusst verwehrt. Stattdessen kommt es zu vereinzelten Verlagerungen der Szenerie in den Publikumsraum, doch sind diese für die Charaktere auch stets verbunden mit einem "Sprung in den Abgrund".
Mainzer Wochenblatt, 02.03.2024

 

Dauer der Aufführung

90 Minuten, keine Pause

Termine 2024

Mi, 06.03.2024 - 20:00 Uhr
Premiere

Fr, 22.03.2024 - 20:00 Uhr
Fr, 12.04.2024 - 20:00 Uhr
Mi, 08.05.2024 - 20:00 Uhr
Mi, 05.06.2024 - 20:00 Uhr
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Mi, 18.09.2024 - 20:00 Uhr
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Mi, 27.11.2024 - 20:00 Uhr
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Mi, 18.12.2024 - 20:00 Uhr
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Weitere Termine folgen
M8-Bühne Mainz
Mitternachtsgasse 8 l 55116 Mainz

Szenenfotos

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