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von WOYZECK, die seit 2016 Teil unseres laufenden Schauspiel-Repertoires ist.

Woyzeck  l  Georg Büchner

Er steht ganz unten in der Gesellschaft: Friedrich Johann Franz Woyzeck – Urbild der geschundenen und missbrauchten Kreatur. Um seine Freundin Marie und das gemeinsame Kind überhaupt versorgen zu können, hetzt Woyzeck von einer Gelegenheitsarbeit zur nächsten. So stellt er sich beispielsweise als Versuchsperson für medizinische Experimente zur Verfügung und gerät dabei an eine skrupellose Frau Doktor, die ihn im Rahmen ihrer Forschungen dazu zwingt, sich ausschließlich von Erbsen zu ernähren. Die Mangelerscheinungen, die durch die einseitige Kost bei Woyzeck hervorgerufen werden, treiben ihn langsam aber sicher in den Wahnsinn – sehr zur Freude der Frau Doktor, die sich – angetrieben von grenzenlosem Sadismus und der Gier nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen – am Elend ihrer Versuchsperson geradezu weidet. Doch damit nicht genug. Immer wieder sieht sich Woyzeck bei seinen Gelegenheitsjobs mit Menschen konfrontiert, die gesellschaftlich höher gestellt sind als er und die ihn genau dies auch spüren lassen. So rasiert er unter anderem regelmäßig einen Hauptmann des Militärs, um sein geringes, finanzielles Einkommen ein wenig aufzubessern. Allerdings lässt der Hauptmann keine Gelegenheit aus, Woyzeck bloßzustellen und zu degradieren. Woyzeck wird zum Spielball der Gesellschaft. Nach und nach driftet er ab in eine ganz eigene Welt voller Wahnvorstellungen und brutaler Phantasien. Auch sein einziger Freund Andres kommt kaum noch an ihn heran. Gehetzt, getrieben, gequält – bald scheint Woyzeck mehr „dressiertes Tier“ als „freier Mensch“ zu sein. Als er dann noch leidvoll mit ansehen muss, wie seine geliebte Marie – die Mutter seines Kindes – ihn mit einem anderen, sehr attraktiven und gesellschaftlich deutlich besser gestellten Mann betrügt, verliert Woyzeck auch die letzte Bodenhaftung. Er besorgt sich ein Messer… WOYZECK ist die tragische Geschichte eines Menschen, der aller Würde beraubt und von der Gesellschaft zum wilden Tier degradiert wird. Und doch stellt sich immer wieder die Frage, wer hier eigentlich die wahre „Bestie“ ist.

Anlässlich des Georg Büchner-Jahres 2013 präsentiert die JUNGE BÜHNE Mainz WOYZECK als neue Produktion in der Sparte „Junges Schauspiel“. Das Fragment gebliebene Drama aus dem Nachlass des bereits im Alter von nur 23 Jahren verstorbenen Georg Büchner gilt bis heute als eines der einflussreichsten Werke der Dramenliteratur in deutscher Sprache. Die realistisch anmutende, ausdrücklich nicht sprachlich idealisierte Gestaltung der Figuren ebnete den Weg für völlig neue Formen der Theaterliteratur. Die Werke Gerhard Hauptmanns, Anton Tschechows und Bertolt Brechts beispielsweise folgen in vielerlei Hinsicht Gestaltungsmethoden, die Büchner in seinem WOYZECK-Fragment einführte und etablierte. 

 

Besetzung

Conférencieuse: Feryal Yosofy
Woyzeck: Michael Radas
Marie: Nathalie Rudolph
Doktor: Antje Melcher
Hauptmann: Constantin Heller
Tambourmajor: Dominik Eschborn
Andres: Philip Barth

Inszenierung: Philip Barth
Regieassistenz: Constantin Heller
Dramaturgie: Antje Melcher
Bühne und Kostüme: Feryal Yosofy, Philip Barth
Technik: Christoph Sohn 

 

Pressestimmen

[...] Um das Stück spielen zu können, mussten fast 30 Nebenfiguren auf sieben Schauspieler verteilt werden. Trotzdem wird großer Wert auf Texttreue gelegt, wie Regisseur und Leiter der Bühne, Philip Barth, im Gespräch unterstreicht. Auch wurde das gepeinigte, zerissene Individuum Woyzeck stärker in den Vordergrund gerückt. Vor allem Woyzeck-Darsteller Michael Radas werden nahezu übermenschliche Leistungen abverlangt, dessen Furor, Beklemmung und Wahn in der 70-minütigen Aufführung nie abreißen. [...] Arztin (dozierend: Antje Melcher), Hauptmann (bestimmend: Constantin Heller) und Nebenbuhler (Dominik Eschborn als eitler Tambourmajor) handeln dabei höchst eigennützig und verhöhnen und erniedrigen Woyzeck ein ums andere Mal. Jahrmarktszene, Nebenhandlung und manche Figuren werden von einer zwielichtigen Kommentatorin (in TV-Manier: Feryal Yosofy) zusammengefasst. Freund Andres (mitfühlend: Regisseur Philip Barth), der als einziger helfen könnte, ist überfordert und schwört ihn auf ein Hausrezept ein. So nimmt die Tragödie ihren Lauf, die Woyzeck wie ein gehetztes Tier ohne eigenen  Willen wirken lässt. Dennoch zählen seine stillen Momente im Fieber des Wahns zu den fragilsten und poetischsten der Dramengeschichte.
(Allgemeine Zeitung Mainz, 05. März 2013)

Termine 2013

Premiere:
FR, 01. März 2013 - 20:00 
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Weitere Termine:
DO, 07. März 2013 - 20:00

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SA, 09. März 2013 - 20:00
MI, 13. März 2013 - 20:00

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DO, 18. April 2013 - 20:00
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MI, 24. April 2013 - 20:00
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DO, 25. April 2013 - 20:00
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MI, 15. Mai 2013 - 20:00
DO, 16. Mai 2013 - 20:00
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FR, 24. Mai 2013 - 20:00
Zum letzten Mal!

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Mitternachtsgasse 8, 55116 Mainz 

 


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